Einzelhandel?

Wo heise gerade fragt, “wie sich der Laden um die Ecke gegen Amazon behaupten kann”, möchte ich drei exemplarische Beispiele dazu nennen, wie er es nicht kann:

Die Schutzbleche

Ich brauche neue Schutzbleche für mein Klapprad. Als vorbildlich lokal denkender Konsument fahre ich zu einem Fachhändler in der Lübecker Innenstadt. Ich werde dadurch eine Bahn später heimfahren, also eine Stunde “Verlust” haben. Ich zeige dem Händler das Rad, bestelle Schiutzbleche “für dieses Rad” und will ihm meine Telefonnummer geben. “Wozu? Mittwoch sind die da.” Alles klar.

Mittwoch: Ich fahre zum Händler – im Regen, wohlgemerkt. Überraschung, keine Schutzbleche. “Hier war so viel los, ich konnte die noch nicht bestellen”. Tja, hätte er mal meine Nummer aufgenommen, wäre das (so) nicht passiert. Danke für eine weitere Stunde Zeitverlust (im Regen).

Einige Tage später sind die Bleche da. Ich fahre wieder hin, hole sie ab, fahre deshalb ein weiteres mal eine Stunde später heim. Dort angekommen stelle ich fest: Die Bleche passen nicht. Warum habe ich dem Händler mein Fahrrad vor Ort gezeigt, live und in Farbe?

Ein vierter Besuch (=eine vierte Stunde Verlust), und ich habe mein Geld zurück. Zum Glück ohne Gemecker, allerdings auch ohne Entschuldigung.

Ich habe dann 20 Minuten online recherchiert, und genau passende Schutzbleche nach hause geliefert bekommen.

Der Schlauch

Weiteres Beispiel vom Klapprad, dieses mal bei einem Fachhändler in Ratzeburg (denn ich lerne ja dazu): Ich habe einen Platten, und weil die jährliche Inspektion ansteht, möchte ich den Reifenwechsel direkt miterledigen lassen. Ich gebe das Rad ab und hinterlasse meine Telefonnummer (denn ich lerne ja dazu). Versprochener Termin: Freitag; heute ist Dienstag. Oha, das wird ja nervig, so lange zu Fuß. Aber gut, so sei es.

Samstag gehe ich zum Händler – Überraschung: Das Fahrrad ist nicht fertig. Ein passender Schlauch wäre nicht aufzutreiben gewesen. Warum ist dann nicht zumindest die Inspektion fertig? Warum nicht sogar schon seit Tagen? Warum habe ich, so oder so, keinen Anruf bekommen? Man weiß das alles nicht. Montag ist Ruhetag, also ein weiterer Tag zu Fuß. Dienstag soll die Inspektion dann wirklich durch sein (ein weiterer Tag zu Fuß), großes Ehrenwort, dann könne man auch keine Anruf vergessen, denn auf jeden, jeden Fall, gleich als erstes, wird es Dienstag erledigt, kein Anruf notwendig.

Dienstag, ich rufe an (denn ich lerne ja dazu). Inspektion nicht fertig. Ich muss etwas ausfallend werden, als man mich erneut vertrösten will. Daraufhin verspricht mir der Inhaber (?), dass es doch heute noch klappt. Was auch der Fall ist, muss man fairerweise sagen. Eine Entschuldigung und einen Sonderpreis gibt’s auch; so komme ich zumindest wieder.

Ich habe dann 20 Minuten online recherchiert, und genau passende Schläuche (und einen Mantel) nach hause geliefert bekommen. War nicht mal schwer: Ich musste die Nummer vom aktuellen Mantel (steht auf dem Mantel) bei Google eintippen.

Der Teppich

Ebenfalls in Ratzeburg wollen wir zwei Teppiche bei einem großen, inhabergeführten Möbelhaus kaufen. Schön, dass es das so noch gibt!

Wir suchen uns ein gefälliges Exemplar aus und fragen nach den von uns benötigten Größen. Kurzes Telefonat vom Verkäufer, sorry, das wären Sondergrößen. Kann man bestellen, dauert aber 5 Monate, da handgeknüpft und so. Aber gut, Danke für die schnelle Info! Wir werden auf einen ausliegenden Prospekt mit Teppichen aufmerksam gemacht, “Lieferzeit 10 Tage” steht da drin. Das Prospekt nehmen wir mit, einige Tage später bestellen wir zwei Teppiche daraus, in Größen, wie sie im Prospekt beworben werden. Die Verkäuferin bietet Kontakt per Email an – sehr gerne, das ist meist unproblematischer, als im Büro (/Meeting) angerufen zu werden.

Ich interpretiere die “10 Tage” proaktiv als “10 Werktage”, Mittwoch wären die um. Freitag vorher habe ich aber noch so gar nichts gehört, nanu? Kontakt war ja per Email, alles klar, ich schreibe also eine Anfrage. Antwort kommt erst Montag (als PDF im Anhang einer ansonsten völlig leeren Mail ;-)):

Nach Rücksprache mit unserem Teppich-Lieferanten muß ich Ihnen leider mitteilen, das [sic!] die bestellten Teppiche zur Zeit eine Lieferzeit von 15 Wochen haben. Die Teppiche sind keine Lagerware und werden nach Kommisionen angefertigt. Bitte teilen Sie mir mit, ob Sie solange warten möchten.
Mit freundlichen Grüßen
Möbel-[…] KG

Aha. Warum kann das nicht ebenfalls innerhalb von Minuten per Telefon geklärt werden, so wie beim ersten mal? Warum muss ich das aktiv erfragen, nachdem die beworbene Lieferzeit schon fast erreicht ist? Apropos: Ist das schon irreführende Werbung? Zumal genau diese Größen beworben werden? Das möchte ich vom Sender wissen. Leider gibt es keinen Namen, ich antworte einfach auf die Email.

Doch ich bekomme einen Auto-Reply! Kann man sich gar nicht ausdenken: “Bitte teilen Sie mir mit, ob…”, und dann ab in den Urlaub. Ich schreibe eine erneute Mail an die Adresse des im Auto-Reply genannten Vertreters – keine Antwort. Genervt rufe ich am Folgetag an. Niemand weiß irgendwas, man würde sich melden.

~ einige Irrungen später ~

Ich bestelle die Teppiche “trotzdem”, erwünsche mir aber schon mal ein Nachdenken über den sicherlich angemessenen Preisnachlass. Es ist Anfang Juli.

~ einige Monate später ~

Ich werde informiert, dass die Teppiche da sind. Ich muss sie abholen, dazu muss ich mir einen Kombi leihen. Im Laden werde ich begrüßt mit den Worten “Ah Herr Kruse, schön, dass es jetzt doch gar nicht so lange gedauert hat!” Wir haben den 29. Oktober, ich versuche das deshalb nicht weiter zu kommentieren. Die Verkäuferin tippt den originalen Preis in die Kasse. Meine Frage nach dem bereits “angedrohten” Nachlass scheint sie zu überraschen: “Oh, ach, na, das habe ich jetzt nicht erfragt, einen Moment”. Sie verschwindet im Hinterzimmer, kommt kurz danach zurück, und verkauft mir die Teppiche für 1.150,– statt 1.168,– Euro. Keine Pointe. Ich hätte ja vom Vertrag zurücktreten können.

Ich halte fest: Ich habe Teppiche ausschließlich auf Basis von Fotos ausgesucht – wie ich es auch im Internet gekonnt und getan hätte. Dafür musste ich selber hinterherlaufen, die Ware selber abholen, und habe kein Umtauschrecht (Sonderanfertigung!). Der Laden hatte die Teppiche etwa 24h im Lager liegen, das war dann aber auch schon die ganze Leistung.

Fazit

Ich werde weiter lokal einkaufen, wenn der Preis nicht ganze Klassen höher ist als im Internet (Negativbeispiel: Eine Jeans kostet in einem großen Kaufhaus in Lübeck 99,–, bei Amazon 70,–). Aber das ist mein Wohlwollen, nicht die Leistung des Einzelhandels. Ich kann niemandem verübeln, den Sinn des Einzelhandels nicht nachvollziehen zu können.

Und was “Online recherchieren, offline kaufen” aus dem genannten Artikel angeht: Anfang diesen Jahres wollte ich eine elektrische Kettensäge kaufen. Aber da ich da keine Ahnung von habe, wollte ich die vorher in die Hand nehmen können. Kein Problem bei Amazon, ich kann alles immer zurückschicken. Sehr wohl ein Problem beim örtlichen Fachhandel für Gartengeräte: Obwohl ich bewusst nur zwei Modelle angefragt habe, und bewusst nur die beiden, deren Marken dieser Laden in großer Zahl führt, konnte man mir diese Modelle nicht in den Laden zur Anschauung bestellen. Bei Amazon hätte ich sie de facto für Wochen zum Ausprobieren daheim gehabt.

Tatsächlich habe ich aber die online ausgesuchte Säge offline gekauft, bei einem Fachhändler in Lübeck.

Mµ Uno (2016), ein Erfahrungsbericht*

Anfang April habe ich ein Mµ Uno gekauft (warum?), hier nun ein Update zu meinen Eindrücken. Viele Grüße an Markus! 🙂👋

Vorab: Das ist mein erstes Faltrad, insofern möchte ich hier nicht endgültig bewerten. Aber es gibt einige Punkte, auf die ich nächstes mal achten würde. Keine Ahnung, vielleicht sind die ja “immer” so, aber vielleicht auch nicht. Vielleicht ist es auch eine Frage des Preises; mit gut 500 € ist das Rad eher im unteren mittleren Segment – auf jeden Fall nicht teuer.

Bereich Vorderrad

Die Handbremse ist im “originalen” Design nicht vorgesehen, sondern für den deutschen (? europäischen?) Markt angebaut, weil hier zwei Bremsen vorgeschrieben sind. Das merkt man, die Bremsleistung ist schlecht. Außerdem teilt sich die Bremse die Befestigung mit dem von mir nachgerüsteten Schutzblech, was schlecht ist, denn beim Bremsen verzieht sich das Schutzblech. Alle paar Tage muss man es “richten”.

Schöner wäre: Eine Bremse, deren Arme je an einer Gabelscheide angebracht sind. Dazu müssen entsprechende Befestigungsmöglichkeiten aber vorhanden sein, was sie hier nicht sind:

Bereich Hinterrad

Die Bremsleistung der Rücktrittsbremse ist ebenfalls schlecht.

In die Gabel passt kein Standard 20” Schutzblech (vorher messen!). Ich nutze jetzt ein SKS mini20, aber ich hatte auch schon 20”er hier, die nicht gepasst haben:

Und wenn man auf dem Rad sitzt und fährt, führt die auf dem Rad und den Speichen wirkende Last offenbar dazu, dass die Speichen sich aneinander reiben und “knackende” Geräusche machen…

Schöner wäre: Ein vormontiertes Schutzblech. Und: Probefahren auf einem eingefahrenen Rad! Übrigens erlauben die meisten Falträder nur 100 kg Last – Fahrer inklusive Klamotte und Gepäck!

Bereich Kette

Das Tretlager scheint schon langsam schlapp zu machen; zu merken an einem “Knacken” beim Treten, das man nur spürt, nicht hört. Der Kettenschutz (dieses Plastik über den Kettengliedern) dagegen ist gut!

Die Übersetzung könnte etwas zugfreudiger sein. Man kann den Zahnkranz tauschen, aber das ist natürlich schon ein etwas größerer Eingriff.

UPDATE 9.8.: Das Rad hat einen Ständer, das ist gut!

Bereich Lenker

Die ergonomischen Griffe mit vergrößerter Fläche für die Handballen sind mir zwar zu weich, aber besser, als normale Griffe. Solche würde ich wieder haben wollen, gerne aber aus Kork (?), die sind stabiler. Gibt’s aber nachzukaufen, so what.

Der Bremshebel ist zu klein.

Bereich Sattel

Die Sattelstütze ist rund, was schlecht ist, weil man sie dann bei jedem Klappvorgang ausrichten muss. Schöner, und das habe ich schon an Klapprädern gesehen, ist eine asymetrische Form, die einfach immer gerade ausgerichtet ist.

Die Markierung an der Sattelstütze ist sehr hilfreich, die gibt es auch nicht immer. Hier ist sie etwas klein. An der Sattelstütze lagert sich schwarzer Staub ab, keine Ahnung, ob das vom Fett oder der Lackierung stammt. Das macht die Markierungen noch schlechter lesbar:

PS am Rande: Einige Hersteller raten von gefederten Sätteln ab, weil durch die Schwingung zusätzliche Last entsteht – vgl. 100 kg Limit von oben. Naja, für mich zu spät 🙃

Klappmechanismus

Mit das Wichtigste. Zur Sattelstütze habe ich ja bereits was geschrieben. Aber auch die Scharniere insgesamt sind nur mittel vertrauenswürdig. So sind bsplw. die Kanten, an denen die Klammerung greift, abgeschrägt. Ich stelle mir vor, dass die Klammern da leichter abrutschen, zumindest/vor allem, wenn das mal noch stärker abgenutzt ist:

Dazu kommt: Das Lenkerscharnier muss alle zwei Wochen nachjustiert werden, da es Spiel hat, das man sogar beim Fahren spürt… keine Ahnung, wie lange man die betreffenden Schrauben weiter anziehen kann.

UPDATE 9.8.: Am Hinterrad ist ein Magnet, der hält die beiden Rahmenhälften zusammen. Der Lenker rastet an so einem Plastikteil ein. Beides zusammen führt dazu, dass das Rad in zusammengeklapptem Zustand gut zusammenhält – nichts ist nerviger, als wenn die einzelnen Komponenten auseinanderdriften, wenn man im Bahnhof schnell das Gleis wechseln will. Zu beachten ist außerdem, dass der Lenker “nach außen” klappt, also nicht zwischen den Rahmenhälften liegt, das macht den zusammengeklappten Zustand in sich stabiler. Beim 2016er Modell (meinem) ist das der Fall, bei früheren Modellen nicht.

Insgesamt muss ich sagen: Das gute Stück klappert und knackt hier und da, dabei ist das Rad erst vier Monate alt. Ich poste hier ein Update, wenn sich was Gravierendes tut – aber schon dass ich das nach vier Monaten so ankündigen muss, finde ich bedenklich. Schade, denn insgesamt fährt es sich gut!

UPDATE Mai 2017: Leider muss ich feststellen, dass alle “verchromten” Teile massiv rosten. Das Rad steht im Schuppen oder in der Tiefgarage, wird aber auch bei Regen gefahren. Auf kurzen Strecken << 10 Minuten. Trotzdem gibt es insbesondere im Bereich Kette/Räder viele Teile, die schon dicht von Rost überzogen sind, und das nach einem Jahr. Sorry, aber dann kaufe ich mir lieber 2-3 Räder vom Aldi für das Geld. Oder nächstes mal halt noch hochpreisiger, aber dann kein Dahon.

*Haha: Erfahrungsbericht!

utf8mb4 auf uberspace

Es war vor gut zwei Jahren, dass mir das Thema utf8mb4 auffiel. Ein Thema, das auch meinen Hoster uberspace betrifft, denn dort kommt – CentOS 6 sei “Dank” – MySQL 5.1.73 zum Einsatz, und utf8mb4 gibt es erst ab 5.5.3. Was ich leidvoll feststellen musste, als WordPress einen Post nur bis zu einem eingefügten Emoji gespeichert hat, alles darüber hinaus war (stillschweigend!) flöten. Damals wurde ich auf CentOS 7 vertröstet, das das dann können sollte.

Am 16.2. dieses Jahres kam dann der erlösende Blogpost: uberspace unterstützt MariaDB, und zwar in der “zu MySQL 5.5 kompatiblen” Version 10.0 – trotz CentOS 6:

eine Übergangslösung, die nur für Leute gedacht ist, die zwingend hier und jetzt unbedingt MySQL 5.5 bzw. etwas dazu Kompatibles brauchen.

“Hier und jetzt”, eh, ja. In dem Zusammenhang:

Sobald unsere CentOS-7-Hosts am Start sind […]

Dazu gibt es immer noch keinen Zeitplan, Stand 8. April 2016. Aber zurück zum Thema: Das Wiki sagt

Mit dem Befehl uberspace-setup-mariadb kannst du dir eine Datenbank auf dem Host anlegen. Die Zugangsdaten werden in ~/.my.mariadb.cnf abgelegt.

, was bei mir zuerst nicht geklappt hat:

Nachdem der Support tätig wurde, war der Fehler zwar weg, aber erwähnte .my.mariadb.cnf leer. Inzwischen läuft das aber rund (Danke an den Support an dieser Stelle für die schnelle Reaktion), deshalb hier die vollständige Migration:

Et voilà: Von 💩 zu 👍 in fünf einfachen Schritten! 😊 Dasselbe jetzt noch für meinen Feedreader! 💪

UPDATE

Meh: Fever “kann” das nicht. Erstens ist utf8 dort hart im Code verdrahtet, zweitens ist bsplw. der Titel eines Eintrags ein varchar(255) – und ein Key:

255 mal 4 Byte (wie in utf8mb4) sind aber mehr als 1000 Byte, und das ist das Limit für einen Schlüssel m( Change Request bei Fever läuft.

UPDATE

Ich empfehle Super Emoji Plus+!

UPDATE

uberspace zum Thema “CentOS uberspace 7″ und Zeitplänen – für solche Ansagen mag ich die Jungs 😉

Faltrad

Seit inzwischen auch schon wieder fünf Monaten habe ich eine neue Stelle, und zwar in Lübeck. Da unser Haus recht verkehrsgünstig gelegen ist, kann ich zwar grundsätzlich mit der Bahn pendeln, aber “verkehrs­günstig” bedeutet immer noch 15 Min zum Bahnhof, und 15 Min in’s Büro – jedenfalls zu Fuß. Da liegt es nahe, auf das Rad umzusteigen. Und da man keines am Lübecker Bahnhof stehen lassen möchte, muss es ein Faltrad sein, das ich in der Bahn mitnehmen kann.

Nur welches?

Ein Überblick:

Brompton?

Ein Brompton ist ein bisschen das Faltrad, man sieht es auch sehr oft. Mir persönlich ist es aber zu teuer und mit 16 Zoll auch zu klein.

Birdy?

Dem Birdy sagt man sehr gute Fahreigenschaften nach; es ist voll gefedert. Mir ist das aber zu “komplex”: Mein “richtiges” Rad ist ein Singlespeed, und ich schätze den damit einhergehenden geringen Wartungsbedarf. Das Birdy spielt auch in einer ähnlichen Preisklasse wie das Brompton (>> 1k).

Tern?

Das Tern ist ziemlich gängig; sogar der HVV hat eins im Angebot. Es ist bezahlbar, und in verschiedenen Größen erhältlich. Es gibt Kettenschaltungen (die nicht meins sind, siehe oben), aber auch Nabe, und wenn ich mich nicht irre, dann auch Singlespeed. Ich bin auch zwei, drei Probe gefahren, aber irgendwie sprang der Funke nicht über. Die machen alles richtig, aber das Ergebnis ist nicht cool 🙂 Ich empfehle trotzdem eine Probefahrt.

Strida?

Im Kommentarbereich eines Artikels auf Spiegel Online bin ich auf Strida gestoßen. Ich darf die Seite gar nicht aufmachen, sonst werde ich jetzt noch schwach: Der Faltmechanismus ist ganz anders als bei den anderen Systemen; er ist auf Geschwindigkeit, statt auf kleinstes Packmaß ausgelegt. Das Ergebnis erinnert an einen Trolly, was durchaus Absicht ist: So schiebt sich das Rad, wo man alle anderen tragen muss.

Es gibt drei Preisklassen, wobei die günstigste auch nur 16 Zoll hat. Die beiden anderen liegen mit ab ~900 € über den Tern, aber dafür bekommt man bsplw. auch einen Riemenantrieb. Und eben den Spielfaktor des technisch Ungewöhnlichen, was durchaus nicht zu verachten ist.

Letztlich waren es viele kleine Argumente, die mich vom Kauf abgehalten haben. Jeweils einzeln hätten sie das nicht geschafft: Der Preis; die doch auch kontroverse[1], [2] Technik des Riemenantriebs; das Faltmaß, das man eben nicht so einfach hinter dem Sitz in der Bahn verstaut; die maximal 18 Zoll; die Sitzposition; das Maximalgewicht von 100kg inkl Gepäck, das zufällig (?) genau dem vorgeschriebenen Mindestwert für Fahrräder entspricht – verdächtig.

Dahon?

Dahon klang für mich wie ein chinesischer Billiganbieter, tatsächlich kommen die aber aus den US and A (“Dahon” ist nichts in dem Sinne chinesisches, sondern der abgekürzte, zugegebendermaßen asiatischstämmige Name des Gründers Davin Hon – das Ganze war eine Garagengründung in good old California) und rühmen sich als Erfinder des modernen Faltrades. Wie dem auch sei: Von Auswahl und grundsätzlicher Aufmachung den Terns nicht unähnlich, also insbesondere ohne die Nachteile der Stridas, habe ich schließlich das Mµ Uno entdeckt:

Singlespeed und insgesamt so minimalistisch, dass es an die alten BMX-Räder erinnert – das Original hat nicht mal eine Handbremse. In D so nicht erlaubt, da hat es deshalb eine, keine Angst. Dafür fehlt in D die Luftpumpe in der Sattelstütze, von der man hin und wieder liest.

Der Rahmen hat einen ziemlich guten Ruf, und wer es denn unbedingt will: Es gibt auch eine Version mit Riemenantrieb, für < 1k. Die Version mit Kette gibt es online sogar für knapp unter 500 €, da war dann direkt noch ein Brooks Flyer Special und ein Kryptonite Messenger Mini+ drin. Der Brooks lässt sich übrigens direkt montieren, es ist kein zusätzlicher Kloben nötig.

20”, bzw. eigentlich wohl sogar knapp darüber; Schwalbe-Reifen. Das einzige, was mich gerade stört, ist die Rücktrittsbremse, das bin ich einfach nicht gewohnt. Trotzdem: Fährt sich super!

dahon-mu-uno

San Francisco Tipps

Nachdem ich alle paar Jahre mal nach San Francisco Tipps gefragt werde, schreibe ich sie hier mal zusammen. Die Liste wird vermutlich noch ein, zwei mal aktualisiert über die Zeit.

Die Tipps sind jetzt nicht super geheim, aber vielleicht helfen sie ja. Ich habe nur eine Handvoll ausgesucht, weil man meistens nur wenige Tage in SF selbst ist.

Allgemeines

  • Es ist eher frisch. Wenn man drumherum (hey: Es ist California!) in Shorts und Shirt rumläuft, braucht man in SF lange Hose und evt. eine Sommerjacke.
  • Apropos Sommer: Bis weit in den Sommer rein ist es vormittags neblig. Die beste Reisezeit würde ich deshalb im Bereich August bis Anfang Oktober sehen (Ausnahme: Für Alcatraz, siehe unten).
  • Nenne es nicht Frisco! Eigentlich nicht mal Cisco, aber auf keine Fall Frisco. Erlaubt sind San Fran, oder kurz The City. Frisco ist, wie Deutschland und Bayern gleichzusetzen; man ist direkt disqualifiziert 🙂
  • Zu Hotels etc. kann ich wenig sagen; wenn ich gerade kein Zimmer hatte, war ich in Hostels. Das Downtown ist super zentral, mehr geht nicht.
  • Bus und U-Bahn sind super ausgebaut; das System heißt BART.

Tagsüber

  • Innenstadt: Market Street, Yerba Buena Gardens, Union Square, Chinatown, mit den Cable Cars über die Insel und über den Embarcadero zu Fuß zurück – Stichwort Pier 29, Pier 1. Etwa ein Tag.
  • Der Klassiker: Golden Gate Bridge. Man kann zu Fuß hin, das wäre ein Tagesausflug, zB. vom Endpunkt der o.g. Cable Cars aus. Man kann sich auch Räder leihen, was den Vorteil hätte, dass man auch bequem über die Brücke kommt, denn die ist sehr lang. Zu Fuß oder mit dem Rad käme man über Crissy Field, aber man kann auch Bus fahren. ½ bis ein Tag, je nachdem. Zu meiner Zeit konnte man etwa hier runter ans Wasser klettern (allerdings semilegal), und Fotos wie das obige zu machen 🙂
  • Alcatraz. Das lohnt sich tatsächlich eher im Frühjahr, weil die Insel ein einziger (und dann blühender) Garten ist. Guter halber Tag. Im Anschluss vllt. ein Spiel der Giants direkt an der Bay?
  • Haight Ashbury, evt. mit Abstecher in den Park oder zu den Ladies, auf jeden Fall zu Amoeba! Halber Tag oder mehr, je nachdem, wie lange man im Park ist.
  • Mission. Man sollte die Straße und den Park + Kirche ein wenig erforschen, und abends richtig mexikanisch essen gehen – und danach Kneipentour!

Abends

  • Innenstadt: Irish Bank (gut am St. Patrick’s Day!!), Johnny Foley’s (gut zum Sport gucken und direkt um die Ecke vom Hostel), ganz nett ist auch
  • An der Bay: Pier 23 Cafe (Livemusik!)
  • Mission: Kneipentour die Straße hoch und runter 🙂
  • Zeitgeist (Burger und vor allem, die Bloody Marys! Pflichtprogramm!!)
  • Essen: Definitiv mexikanisch, so oft es geht. Auch die mexikanischen Fast Food Läden sind super.
  • Oh, und: Chinesisches Essen bekommt man gut und günstig hier

Drumherum

Anbieten würde sich:

  • Richtung Süden auf dem Highway 1. Je nach verfügbarer Zeit kommt man dort nach
    • Santa Cruz, das wäre ein Tagesausflug. Strand und entspannte Atmosphäre (ein Vergnügungspark direkt auf dem Strand!) erinnern an San Diego. Und wenn die Jahreszeit passt, kann man hier noch nach Walen gucken.
    • Über Monterey nach Big Sur. Der absolute Wahnsinn, allerdings ein Ausflug von mindestens einem Tag pro Richtung, besser mehr. Ziel könnte LA sein, dann rechnet lieber zwei Tage. Einkehren könnte man dann in Pismo.
    • Bis LA; wie gesagt, entspannt in zwei Tagen, ein Tag ist machbar, aber nicht zu empfehlen. In LA (und für den Weg zurück), dann entsprechend zusätzliche Zeit. In LA eher Venice Beach als alles andere; angenehmerweise liegt das aus SF-Sicht am Ortseingang.
    • Bis San Diego. San Diego ist der Hit, und meiner Meinung nach viel mehr “California” als LA.
  • Richtung Süd-Osten nach Las Vegas. Die Strecke ist eher langweilig, geht mitten durch “das” Tal (also die Gemüse- und Obst-Plantagen)
  • LA, San Diego und Las Vegas würden dann den Joshua Tree National Park und/oder Hoover Damm/Grand Canyon anbieten.
  • Richtung Osten in den Yosemite Nationalpark. Da war ich leider nicht, was echt eine Schande ist.
  • Richtung Nord-Osten nach Berkeley. Super entspannte Studentenstadt, hin und zurück ein Tagesausflug, auch mit der BART.

Anbieten würde sich eher nicht der Norden. Ich habe mir sagen lassen, dass die Küste dort ähnlich spektakulär aussieht; das kann ich nicht beurteilen. Aber es kommen wenig konkrete Ziele in die Richtung, es sei denn, man steht explizit auf kalifornischen Wein, der dort angebaut wird.

NOTE // James Bond

[Achtung, leichte Spoiler]

Habe gestern den neuen Bond gesehen.

Im ersten eindruch ist der nicht ganz so selbstbezogen wie Skyfall (den alle so toll fanden). Aber trotzdem wieder inklusive Familiengeschichte und Einzelkämpfertum. Dazu eine Szene in Bonds Wohnung? Seriöslich?

Für den nächsten wünsche ich mir wieder klarere Fronten. Es muss ja nicht völlig schwarz/weiß sein, aber Bond hat keine Wohnung. Bond hat auch keine Familiengeschichte. Bond bekämpft die Bösen, kriegt die Frauen, reißt dazu coole Sprüche. Dazu ein wenig Tech-Gadgets von seinen Homies, die sich ansonsten bedeckt halten (I’m looking at you, Q und Moneypenny!). Wo ich so drüber nachdenke: Das glatte Konzept dürfte der Grund sein, warum man(n) sich so gut damit identifizieren/projezieren kann.

Insgesamt müssen Bond-Filme auch wieder ikonischer werden. Wo sind die Unterwasserstationen? Schwimmende Lotusse (Loti?)? Aber auch hier: Die Verfolgungsjagd Flugzeug gegen Auto war schon mal ganz gut. Und wie lange in der Eröffnungsszene nicht geschnitten wurde! Mehr davon! Und bessere Hilfsgegener! Weniger politische Korrektheit (habt ihr mal die ersten Connerys gesehen??)! Weniger Grünschnäbel (Q, Moneypenny, C, …). Naja.

Solide 3/5, würde ich sagen.

NOTE // Die Vollidioten der sozialen Netze

Seit nicht allzu langer Zeit folge ich der Tagesschau auf Facebook. Aber praktisch unter jedem Beitrag finden sich Kommentare der recht nachdenklich gestimmten Bürger. Wie aus dem Bilderbuch! Es ist wie ein Autounfall, oder im Heise-Forum, man muss einfach hinsehen.

Ich überlege ernsthaft, der Tagesschau nicht mehr zu folgen, nur deshalb.

Dann denke ich mir, die sind ja trotzdem da (und nicht mal nur da). Eigentlich müsste man Facebook verlassen.

Aber das geht natürlich auch nicht, und: Sie wären ja immer noch da. Sehr deprimierend, das. Ist mir auch noch keine Lösung für eingefallen.