NOTE // James Bond

[Achtung, leichte Spoiler]

Habe gestern den neuen Bond gesehen.

Im ersten eindruch ist der nicht ganz so selbstbezogen wie Skyfall (den alle so toll fanden). Aber trotzdem wieder inklusive Familiengeschichte und Einzelkämpfertum. Dazu eine Szene in Bonds Wohnung? Seriöslich?

Für den nächsten wünsche ich mir wieder klarere Fronten. Es muss ja nicht völlig schwarz/weiß sein, aber Bond hat keine Wohnung. Bond hat auch keine Familiengeschichte. Bond bekämpft die Bösen, kriegt die Frauen, reißt dazu coole Sprüche. Dazu ein wenig Tech-Gadgets von seinen Homies, die sich ansonsten bedeckt halten (I’m looking at you, Q und Moneypenny!). Wo ich so drüber nachdenke: Das glatte Konzept dürfte der Grund sein, warum man(n) sich so gut damit identifizieren/projezieren kann.

Insgesamt müssen Bond-Filme auch wieder ikonischer werden. Wo sind die Unterwasserstationen? Schwimmende Lotusse (Loti?)? Aber auch hier: Die Verfolgungsjagd Flugzeug gegen Auto war schon mal ganz gut. Und wie lange in der Eröffnungsszene nicht geschnitten wurde! Mehr davon! Und bessere Hilfsgegener! Weniger politische Korrektheit (habt ihr mal die ersten Connerys gesehen??)! Weniger Grünschnäbel (Q, Moneypenny, C, …). Naja.

Solide 3/5, würde ich sagen.

Hamburg, 1928

 
Immer wieder schade um die alte Bausubstanz 🙁

NOTE // Die Vollidioten der sozialen Netze

Seit nicht allzu langer Zeit folge ich der Tagesschau auf Facebook. Aber praktisch unter jedem Beitrag finden sich Kommentare der recht nachdenklich gestimmten Bürger. Wie aus dem Bilderbuch! Es ist wie ein Autounfall, oder im Heise-Forum, man muss einfach hinsehen.

Ich überlege ernsthaft, der Tagesschau nicht mehr zu folgen, nur deshalb.

Dann denke ich mir, die sind ja trotzdem da (und nicht mal nur da). Eigentlich müsste man Facebook verlassen.

Aber das geht natürlich auch nicht, und: Sie wären ja immer noch da. Sehr deprimierend, das. Ist mir auch noch keine Lösung für eingefallen.

5 Alben für die Insel

Fünf Alben “für die einsame Insel”, ohne besondere oder wertende Reihenfolge. “In a nutshell” ist jeweils eine Spotify-Playlist mit fünf ausgewählten Songs des Albums (deren Skripte dürfen dazu nicht geblockt sein, Google Analytics leider auch nicht).

Thema heute: Jazz. Weiteres in die Richtung gibt es in meiner Jazz-Playlist.

Dave Brubeck – Plays Music From West Side Story and …

Das erste Jazz-Album, das ich gehört habe, damals aus der örtlichen Bücherei ausgeliehen – also so vor 20 Jahren 🙂 Ich bin jetzt kein Kenner von Bernstein, aber diese Interpretation ist so jazzig und eingängig, dass das offenbar egal ist. Beides liegt sicherlich auch an Paul Desmond, dem Saxophonisten der Band… ich empfehle dringend The Complete RCA Victor Recordings! Und was Dave Brubeck angeht: Natürlich Time Out, was mir aber zu offensichtlich für hier war.

Miles Davis – Kind of Blue

Das “bekannteste Album der Jazz-Geschichte”, und “das einflussreichste” noch dazu, insofern eine langweilige Wahl. Das Album enthält nur fünf Stücke, deshalb im Folgenden das ganze Album.

Miles Davis ist dann schon deutlich weniger eingängig als Paul Desmond; wenn jemandem Jazz zu anstrengend ist, dann ist das Album vermutlich schon zu viel… wobei das noch viel “schlimmer” geht, ich sage nur Bitches Brew 🙂 Die ganz späten Alben, so 80er/90, die sind dann wieder recht okay, wenn auch ganz anders. Der gute Miles hat viel ausprobiert über die Zeit; ich bin aber (ganz generell) eher für die 50er/60er Sachen. In dem Zusammenhang: Miles Davis ihm sein Saxophonist – John Coltrane – ist zwar auch vielgerühmt, mir aber zu stressig.

Cannonball Adderly – Somethin’ Else

Apropos Miles Davis: Der war nicht so wahnsinning oft “Sideman“, aber hier war er es. Was die Eingängigkeit angeht, würde ich das Album zwischen Brubeck und Davis einordnen; man hat recht schnell das Gefühl, mitschnippen zu können. Dahingehend nicht vom Intro des ersten Songs täuschen lassen!

Jiří Stivín – Live At Agharta Jazz Club

Mal etwas weniger mainstreamig: Ich habe Jiří Stivín Ende der Neunziger live in Prag gesehen, und da auch diese CD gekauft. Jiří Stivín spielt ungefähr alles, wo man Luft reinblasen muss, und geht dabei so ab, dass es oft etwas zu viel ist. So auch hier, aber insgesamt hält ihn wohl die Band (und die Tatsache, dass die meisten Tracks altehrwürdige Klassiker sind) etwas in Zaum 🙂 Witzigerweise sitzt sein Sohn auf dem Album am Schlagzeug, bei “meinem” Konzert damals war der nicht dabei… aber bei meinem letzten Besuch in Prag habe ich ihn gesehen, mit der Michal Gera Band. Jazz ist immer ein wenig Seifenoper, “wer hat wann mit wem gespielt”. Dafür habe ich mit dem damaligen Gitarristen dann ein Bier getrunken 🙂

Anyway: Das Album gibt’s nicht bei Spotify, deshalb hier ein Eindruck von einem anderen Konzert:

Jutta Hipp – At the Hickory House

Jutta Hipp kommt aus Leipzig, ist aber nach WWII vor den Russen geflohen, und ’55 dann nach USA migriert. Das Album ist Bar Jazz im positiven Sinne 😉 Wobei man ihr anhört, dass sie deutlich vor den 50ern angefangen hat zu spielen… eines meiner All-Time-Favorite-Alben!

hf!

NOTE // Tarantino

Tarantino bringt einen neuen Film, einen Western. Wie schön.

Was ich mir wünschen würde, wäre ein “klassischer” Tarantino. Klassisch im Sinne von Reservoir Dogs, Pulp Fiction, oder (mit Einschränkungen, s.u.) Jackie Brown. Die spielten in ihrem eigenen kleinen Submilieu, ok. Aber alles ab inklusive Kill Bill spielt in seinem eigenen Universum, voller Zitate und Anspielungen, manchmal fast mit seiner eigenen Physik. Mal ehrlich: Man kann es übertreiben.

Bei Jackie Brown ging das eigentlich schon los, diese Mischung aus 70er und 90er. FDTD passt da auch rein. Beides gute Filme (JB gehört zu meinen Lieblingsfilmen und wird absolut unterschätzt!), aber Nischenfilme. Schade, dass das die Regel wurde.

5 Alben für die Insel

Fünf Alben “für die einsame Insel”, ohne besondere oder wertende Reihenfolge. “In a nutshell” ist jeweils eine Spotify-Playlist mit fünf ausgewählten Songs des Albums (deren Skripte dürfen dazu nicht geblockt sein, Google Analytics leider auch nicht).

Johnny Cash – Unearthed

Die 5 (!) CDs sind grob stilistisch sortiert: Eine mit Duetten, eine mit Covern, … Die CDs haben dadurch durchaus unterschiedliche Qualität, aber dafür “muss” man nicht “immer” alle hören, sondern kann sich mit einem Griff auf eine Richtung beschränken. Elektrische Songs wie zum Beispiel vom Folsom Konzert sucht man vergeblich, die Box bezieht sich auf sein Spätwerk.

Ich kenne das Album aus Kopenhagen, Danke an Svend!

Flash and the Pan – Collection

Hinter Flash and the Pan stehen Harry Vanda und George Young. “Young”? Genau, wie in Malcolm und Angus. George ist der ältere Bruder der AC/DC-Gitarristen, und auch deren (zeitweiser) Produzent.

Ich kenne das Album noch aus Schulzeiten, Danke an Bastian!

Fiona Apple – Tidal

Das erste Album von ihr – und das erste einer Trilogie fantastischer Alben: Tidal, When the Pawn…, Extraordinary Machine. Alle absolut empfehlenswert. Umso entäuschender dann The Idler Wheel von 2012 🙁 When the Pawn… war bei Release übrigens das Album mit dem längsten Titel, der normalerweise aber so abgekürzt wird.

Ich kenne das Album ebenfalls aus Kopenhagen, Danke an Matthes!

John Lee Hooker – Don’t Look Back

Leider nicht auf Spotify, und auch auf Youtube nur vereinzelt zu finden, deshalb exemplarisch Rainy Days:

Direktlink

Mein erstes Hooker-Album war Boom Boom aus der örtlichen Bücherei. Darauf klang der entspannte Orgel-Sound bereits an, der von Don’t Look Back perfektioniert wurde. Beides tolle Alben, was soll ich sagen?

System of a Down – Mezmerize

“In a nutshell” ist schwer und begrenzt aussagekräftig, weil die Songs ineinander übergehen:

Die erste Hälfte eines Doppelalbums; die zweite Hälfte ist Hypnotize. Aber Mezmerize ist besser, fast jeder Song ein Hit. Muss man allerdings laut hören, und sich drauf konzentrieren – in dieser Kombination selten möglich. Insgesamt ist SOAD vermutlich das härteste, was ich so höre. Aber die Songs sind schön komplex: Zwei sehr unterschiedliche Sänger, plus unterschiedlichste Musikstile in jedem Song. Witzigerweise von Rick Rubin produziert, wie auch Johnny Cashs Unearthed – außerdem ebenfalls ein Tipp von Matthes. Und so schließt sich der Kreis für heute.